Ich lebte in Katakomben
vornehm tapeziert
mit Rembrandt und alten Geigen
und lauschte lächelnd
dem Legato des Herzschlags
beim gedämpften Kritzeln der Feder
Geflüsterten Fragen
gab ich höflich Bescheid
in Konjunktiven
Hinter Beton und
Schleiern
verspeiste ich täglichKonserven und Schatten
Da zersprangen die Saiten
blind wurden die Farbenund ich warf die Feder fort
in die leeren Konservendosen
und wühlte mich wieder ins Freie
Der Schnee ist
geschmolzen
meine Füße sind nassund der Zug hat Verspätung
auch das noch!
Doch ich zog ja den Schlüssel ab
und warf ihn ins Wasser
und hoffe
ihn nicht wiederzufinden.
Renate Krüger

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