Verlässt du nicht
die Väterwelt
wirst du ihr Opfer
sie bleibt dir kalt
auch bitt'rer Abschied
führt zur Liebe
und macht dich frei
von Staub und Hass
Was du ererbt
von deinen Vätern hast
verwirf es
um es zu besitzen
Neujahrssturm
Ein heulender Geselle
stampft über die Jahresschwellemit ungeputztem Schuh und reißt aus himmlischer Ruh den Knaben im lockigen Haar und den Schnee vom vorigen Jahr. Viel Neues hat angefangen bevor das Alte vergangen. Der Sturm trennt nicht alt und neu treibt heutige Zeitung als Spreu. Nun öffne den Schlagbaum der Zeit und pfeife dem Wind das Geleit. Renate Krüger |
Ich sagte Du zum Winter
denn will man ihn nicht zum Freund
erhält man ihn zum Feind.
Doch seine Geschenke sind hart:
das Eis wird schmutzig und stumpf
auf den Schnee legt sich Ruß
und viele Stunden sind leer
erfüllt nur von zuckenden Zweifeln.
Wären da nicht die Bilder des Herbstes:
Sonne über dem See
die letzten Blumen im Garten
und Wärme aus hilfreichen Händen
ich würde erstarren
in Ultima Thule.
Wären da nicht die Träume des Frühlings:
ein warmer Regen
Fliederknospen am Bahndamm
und ein Gast auf den Schienen aus Süden
ich würde erstarren
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| Im Sommer des Schmetterlings
still leuchtender Samt
vor zittrigen Gräsern
erfüllt mich mit Sehnsucht.
Allein diese Schönheit
sich selbst verständlich
sich selbst genügend
stimmt zarteste Saiten
zu wehmütgem Spiel.
Nein, halt ihn nicht fest!
Du hältst in den Händen
nur bunten Staub
und zuckende Adern.
Lass dir genügen
am leuchtenden Samt
vor zittrigen Gräsern
am stillen Leben
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