Mitten im Rasen und Toben der fiebernden Straße,
Gehetzt vom Getümmel der Wagen und überblendet
Vom zuchtlosen Licht der Reklame –
Hier trat sie mir entgegen
Feierlich – sanft
Wie einst in den zaubrischen Nächten,
Da noch die Stadt in ihren Armen geruht
Vom allersilbernsten Mondlicht lautlos umflossen:
Die heilige Stille der Welt.
Sie klagte niemand
an, sie pochte nur an mein Herz:
„Was lauschst du
nach mir mit dem Ohr?Ich bin viel mächtiger als die tosende Straße,
Ich bin viel stiller als alle lautlosen Nächte –
Öffne mir doch deine Tür!“
Da tat ich ihr auf
–
Sie flog in meine
Arme die Stufen der Seele hinunterBis in mein tiefstes Gemach.
Nun leb ich mitten im Gewühl meiner Zeit
Trunken von Stille
Wie an den Sternenufern der ewigen Räume.
Gertrud von le Fort
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