Montag, 12. August 2013

Adolph Menzel - Flötenkonzert König Friedrichs II.


Die Darstellung eines Flötenkonzertes, mit dem der preußische König Friedrich II. sich vor seiner engsten Umgebung präsentiert, zählt zu den schönsten und bekanntesten Gemälden des Malers Adolph Menzel (1815-1905). Ort der Handlung ist ein Salon des Schlosses Sanssouci in Potsdam. Im Mittelpunkt steht der König und lässt sein Solo au der Querflöte hören. Er wird von einem kleinen Kammerorchester begleitet: vier Streichinstrumente und Cembalo, an dem kein Geringerer als Carl Philipp Emanuel Bach sitzt, der Sohn des großen Johann Sebastian. Es ist zu vermuten, dass er die Musik komponiert hat, die da erklingt und auch im Bilde hörbar wird. Meisterhaft ist die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts wiedergegeben: Lichteffekte, Spitzen und Rüschen, die wie aus Schaum gemalt wirken, eine nur spärlich angedeutete, aber reiche Raumausstattung.
Menzel malte das Bild in den Jahren von 1850 bis 1852, also etwa 100 Jahre nach der Zeit, in der dieses Ereignis stattgefunden haben könnte. Es handelt sich nicht um eine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern um ihre lebendige Vergegenwärtigung, einfühlsam, aber nicht verklärend.
Das Bild steht – literarisch verfremdet – im Mittelpunkt meiner Menzel-Erzählung „Geisterstunde in Sanssouci“, die  als Ebook im Verlag EDITION-digital veröffentlicht worden ist.
Renate Krüger

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