Die Darstellung eines
Flötenkonzertes, mit dem der preußische König Friedrich II. sich vor seiner
engsten Umgebung präsentiert, zählt zu den schönsten und bekanntesten Gemälden
des Malers Adolph Menzel (1815-1905). Ort der Handlung ist ein Salon des Schlosses
Sanssouci in Potsdam. Im Mittelpunkt steht der König und lässt sein Solo au der
Querflöte hören. Er wird von einem kleinen Kammerorchester begleitet: vier
Streichinstrumente und Cembalo, an dem kein Geringerer als Carl Philipp Emanuel
Bach sitzt, der Sohn des großen Johann Sebastian. Es ist zu vermuten, dass er
die Musik komponiert hat, die da erklingt und auch im Bilde hörbar wird. Meisterhaft
ist die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts wiedergegeben: Lichteffekte, Spitzen
und Rüschen, die wie aus Schaum gemalt wirken, eine nur spärlich angedeutete,
aber reiche Raumausstattung.
Menzel malte das Bild in den
Jahren von 1850 bis 1852, also etwa 100 Jahre nach der Zeit, in der dieses
Ereignis stattgefunden haben könnte. Es handelt sich nicht um eine Rückkehr in
die Vergangenheit, sondern um ihre lebendige Vergegenwärtigung, einfühlsam,
aber nicht verklärend.
Das Bild steht – literarisch
verfremdet – im Mittelpunkt meiner Menzel-Erzählung „Geisterstunde in
Sanssouci“, die als Ebook im Verlag EDITION-digital veröffentlicht worden ist.
Renate Krüger