Zu den
bekanntesten und tiefgründigsten Bildern der Schweriner Gemäldegalerie gehört
„Die Torwache“ von Carel Fabritius. Die zeitgenössischen holländischen Bildbetrachter
mögen erstaunt bis verärgert auf diese Darstellung geblickt haben. Das soll ein
Torwächter sein, ein Soldat, ein Garant von Ordnung und Sicherheit? Eher ein Verhaltensmuster
für Penner und Gammler... Hält dieser Soldat wirklich Wache am Tor? Keineswegs.
Er hockt auf einer niedrigen Bank und scheint zu schlafen. Doch bei genauem
Hinsehen merkt man, dass er eben nicht schläft. Er hantiert am Schloss seines
Gewehres, einer Flinte, die man wohl hundert Jahre vor dieser Zeit gebraucht
haben mochte. Eine Waffe aus dem Krieg gegen die Spanier, aus jener heroischen
Zeit Hollands. Dieser Soldat aber ist nicht mehr heroisch. Er träumt in der
heißen Mittagssonne vor sich hin und denkt an keinen Feind. Wer soll hier schon
vorbeikommen? Der Soldat ist eigentlich überflüssig.
Montag, 28. Januar 2013
Mittwoch, 23. Januar 2013
Frühlingssehnsucht
Schneeglöckchen
Ein schwerer Schneeauf frühen Blüten
die schon begannen
zu sein und zu klingen
Noch nicht
zu früh
noch einmal warten
wie lange
Zentnerlast
auf zarten Spitzen
können sie’s tragen?
Sie haben in die Last
eine Höhle gebautund wärmen sich
an eigener Hoffnung
und schmelzen den Schnee
Renate Krüger
Dienstag, 22. Januar 2013
In einem alten Buche fand
ich Testamente
Gestalt, als Pflanze noch
erkenntlich
dem Buche anvertraut in
fernen Zeiten
als Kaiser straff noch
die Geschicke lenkten
als Segel Wind zu neuen
Küsten fingen
als Mozarts Sonnenorgel
Horizonte färbte.
Herausgerissen aus dem
Kreislauf grünen Lebens
verwandelten die Pflanzen
Frucht und Samen
in Auftrag, Botschaft,
Lese-Zeichen.
Ich lese Worte, die nicht
gleiten wollen
in Bildschirmzeile,
Nutzanweisung.
Sanft streicht die Hand
die Pflanzenbriefe
winkt dankend
dem, der sie einst schrieb.
Renate Krüger
Mittwoch, 2. Januar 2013
Gestickte Weihnachtsbilder aus Peru
Die christliche Volkskunst in Lateinamerika ist voller Phantasie und Farbenfreude. Es ist anrührend, wie die Motive und Situationen der Weihnachtsgeschichte in die regionale Vorstellungswelt übersetzt werden. Die Exponate stammen aus der Sammlung Anne Mohr in Oberhausen.
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